Ein erfolgreiches Abfall- und Wertstoffmanagement basiert nicht nur auf technischen und organisatorischen Maßnahmen, sondern vor allem auf Bewusstsein und Sensibilisierung. Alle internen und externen Stakeholder (interessierte Parteien) sollen verstehen, warum und wie sie zu einer effizienteren Kreislaufwirtschaft beitragen können. Dafür bedarf es einer adressaten- und bedarfsgerechten Kommunikation, die sowohl nach innen (Mitarbeitende, Führungskräfte, interne Fachabteilungen) als auch nach außen (Kunden, Lieferanten, Behörden, Öffentlichkeit) gerichtet ist.
Ein durchdachtes Kommunikationskonzept trägt entscheidend dazu bei, intern wie extern das nötige Bewusstsein für ein effizientes Abfall- und Wertstoffmanagement zu schaffen. Damit gelingt es, alle relevanten Stakeholder zu informieren, zu motivieren und aktiv in die kontinuierliche Verbesserung einzubinden, sodass die Zero Waste-Vision im betrieblichen Alltag verankert wird.
Leitlinien für effektive interne und externe Kommunikation
Inhalte wie neue Ziele und Strategien zum Abfall- und Wertstoffmanagement, aktuelle Kennzahlen (z. B. Recyclingquoten), anstehende Änderungen in Prozessen oder rechtlichen Vorgaben.
Wann wird kommuniziert?
Regelmäßige Informationsintervalle (z. B. monatlich, quartalsweise, jährlich) sowie anlassbezogene Kommunikation (z. B. Änderungen im Abfall- und Wertstoffmanagement, neue Gesetzesanforderungen).
Mit wem wird kommuniziert?
Adressatengruppen innerhalb des Betriebs (Geschäftsführung, Fachabteilungen, Mitarbeitende, Betriebsrat)
Kommunikationsformen und -kanäle (Intranet, Aushänge, E-Mails, Workshops, Schulungen, Mitarbeiter- und Kundenzeitschriften, Social Media, Pressemitteilungen).
Verlässliche Informationen für Zero Waste
Die Organisation stellt sicher, dass alle weitergegebenen Informationen verlässlich und aktuell sind. Dadurch wird Vertrauen geschaffen und das gemeinsame Verständnis für die Zero Waste-Vision gefördert.
Informationsaustausch zwischen verschiedenen Ebenen und Bereichen
Bei Änderungen, neuen Projekten oder Herausforderungen im betrieblichen Abfall- und Wertstoffmanagement müssen Informationen frühzeitig und verständlich weitergegeben werden.
Praktisches Beispiel: Ankündigungen von neuen Sammelsystemen oder Leitfäden zur Abfalltrennung können über Aushänge, das Intranet oder Teambesprechungen verbreitet werden.
Einbezug der Mitarbeitenden in den Verbesserungsprozess
Mitarbeitende sollten die Möglichkeit haben, eigene Erfahrungen und Ideen einzubringen (z. B. über Ideenboxen, Feedbackgespräche, Workshops).
Dadurch fühlen sie sich eingebunden und übernehmen eher Verantwortung für die Umsetzung der Zero Waste-Vision.
Kunden und Lieferanten
Information über nachhaltige Produkt- und Prozessstrategien, um gemeinsam Verpackungen oder Abfallmengen zu reduzieren.
Zusammenarbeit bei Rücknahmesystemen oder wiederverwendbaren Transportbehältern.
Behörden und Entsorgungsdienstleister
Abstimmung zu aktuellen Rechtsvorschriften, Dokumentationspflichten und Entsorgungswegen.
Offener Austausch über Optimierungen bei Logistik- und Entsorgungskonzepten.
Öffentlichkeit und Medien
Aktive Darstellung der betrieblichen Erfolge im Abfall- und Wertstoffmanagement (z. B. Pressemitteilungen, Nachhaltigkeitsberichte).
Imagegewinn und Demonstration gesellschaftlicher Verantwortung.
Aufrechterhaltung des Kommunikationskonzepts als dokumentierte Information
Z. B. in Form eines „Kommunikationshandbuchs“ oder eines Abschnitts im Umwelt-/Abfallmanagementhandbuch.
Darlegung von Richtlinien, Kanälen und Verantwortlichen für unterschiedliche Kommunikationsanlässe.
Regelmäßige Aktualisierung
Bei Veränderungen in den Prozessen, rechtlichen Rahmenbedingungen oder Zielgruppen muss das Kommunikationskonzept angepasst werden.
Erfahrungsgemäß empfiehlt sich ein jährlicher oder halbjährlicher Check, gegebenenfalls im Rahmen eines Management-Reviews.